Donnerstag, 11. Mai 2006
Huang Shan
Letzte Woche Dienstag morgens früh ging es los. Um vier Uhr hat der Wecker geklingelt und irgendetwas war anders als sonst… es war leiser! Kein Dauerhupen, kein Geschrei – wie ungewohnt! Doch es dauerte nicht lange, schon so gegen 5 Uhr ging das Theater draußen wieder los! Um sechs Uhr mussten wir am Bus sein. Dort angekommen wurde erstmal mit Julia und Christopher diskutiert, wer das bessere Lunchpaket hat – doch wir haben die Diskussion nicht ausarten lassen im Gegensatz zu zwei Chinesinnen! Die Fahrt hat noch gar nicht begonnen und schon haben wir ein Highlight erlebt! Zwei Damen waren sich nämlich wegen der Sitzplätze nicht einig und haben angefangen, sich zu schlagen. Dann ging es auf einmal so heiß her, dass ein Polizeiwagen samt zwei Polizeimotorräder gerufen wurden, die sich dann alle bei uns im Bus aufgehalten haben. Die ganze Aktion war zwar sehr beängstigend, wie gefährlich es hier ist ;-) aber gleichzeitig auch sehr amüsant!
Polizeieinsatz im Bus
So, dann ging es endlich los. Uns stand eine 6 Std. Busfahrt bevor. Auf dem Weg ließen wir unzählige Baustellen hinter uns (man glaubt gar nicht, wie viele Autobahnen hier gebaut werden) und leider auch nicht so angenehme Toiletten auf den Raststätten. Die Fotos davon ersparen wir jetzt lieber, denn diese sind nicht soo lecker, nicht wahr Steffi ;-))
Wir hatten das Glück, dass bei uns in der Truppe zwei Chinesinnen dabei waren, die gut Englisch reden konnten. Somit waren wir immer im Bilde, was passiert. Zudem haben sie uns immer das Essen bestellt, anderenfalls wäre es ein heiteres Ausprobieren gewesen… denn chinesische Menükarten sind schlecht zu lesen!
Es hat nicht lange gedauert, bis wir festgestellt haben, dass es sich bei unserer Reise um eine kleine Kaffeefahrt handelt. Somit ist es uns nicht erspart geblieben, einige Teehäuser usw. zu besichtigen. Naja, immerhin hat man nicht oft Möglichkeit Schlangengiftschnaps zu probieren. Christopher & Philipp haben ihn probiert. Julia und ich waren nicht so heiß darauf!
Somit war unser erster Nachmittag damit vergangen, dass wir ein Teehaus und kleine „Dörfer“ besucht haben. Abends kamen wir am unserem „Hotel“ an. Es war kein Luxus, dafür aber sauber – also schon mal zufrieden! Nach einem kurzen Frischmachen ging es mit ca. 8 Leuten, die zwei englischsprachigen Chinesinnen, zwei Australier und einem Deutsch/Amerikaner auf den Marktplatz. Dort standen zahlreiche Stände, die einen zu sich locken wollten. An jedem Stand hatte man viel Auswahl und alles wurde direkt vor der Augen zu bereitet. So was haben wir noch nie gesehen.
Essen auf dem Markt

Essen auf dem Markt 2
Aber es war köstlich und wieder unverschämt günstig!
Nach der erholsamen, aber kurzen Nacht mussten wir am nächsten Morgen um 5 Uhr aufstehen. Cool, dachten wir, dann kommen wir ja früh auf den Berg! Dem war leider nicht so, denn wieder standen nicht so interessante Besichtigungen auf dem Plan. Nach einem kleinen Mittagessen konnten wir gegen 12 dann endlich unsere Wanderung antreten. Wir wurden mit dem Bus auf ca. 1000 Höhenmeter gefahren. Dann ging es am Anfang mit Treppen los… da wurde noch heiß diskutiert, wie die Strecke wohl weiterläuft …“Ich kann mir absolut nicht vorstellen, dass wir 8km nur Treppen laufen – nee, ich denke auch nicht, es geht gleich bestimmt wie auf jedem normalen Berg auch ohne Stufen hoch…“
Ganz schoen anstrengend
Das Wetter war atemberaubend, die Sonne schien und es war sehr warm – der ein oder andere Sonnenbrand ließ sich nicht vermeiden! Und die Landschaft war mehr als klasse!! Man hatte die ganze Zeit über eine wunderschöne Aussicht auf das „Gelbe Gebirge“.
Aussicht

Aussicht2
Auf dem Weg nach oben hat man wirklich viel erlebt: Der Wasserpreis stieg mit jedem Meter, wenn man keine Lust mehr hatte, zu laufen, ließ man sich auf Sänften hoch tragen oder setzt sich einfach mitten auf die Stufen, egal wie viele Leute daher wollen, wenn einem die Toilette zu weit ist, pinkelt man einfach irgendwo hin, wenn man einem ein Westler über den Weg läuft, start man in so lange an, bis man fast vom Berg fällt, dass man das Wort „Rücksicht“ im Chinesischen nicht kennt, dass Taschentücher unhygienisch sind und dass man seine Rotze lieber überall hinspuckt, und noch vieles mehr….
Insgesamt hat der Weg nach oben samt Pausen sieben Stunden gedauert. Um noch mal drauf zurück zu kommen – es waren nur Treppen!!! Oben angekommen ging kein Weg an einem Photo am Gipfel vorbei:
Gipfel
Das „Hotel“ auf dem Gipfel kann man eigentlich nicht als Hotel bezeichnen. Sagen wir es mal so: wir waren froh, dass wir nicht im Flur, oder einem 20Bett Zimmer schlafen mussten und eine Matratze hatten. Wir hatten ein 8ter Zimmer mit unserem kleinen „Grüppchen“ – wie oben schon beim Marktessen beschrieben. Die Hygienebedingungen ließen leider ein wenig zu wünschen übrig – zwei Waschbecken und vier Toiletten für ca. 200 Leute sind dann doch etwas wenig… Duschen kennt man da oben gar nicht. Und das ist nach so einer Wanderung bei so einem Wetter nicht so angenehm, wie sich bestimmt jeder vorstellen kann.
Am nächsten und letzten Morgen war wieder frühes Aufstehen gefragt – denn um 5.20 ging die Sonne auf und diesen schönen Sonneaufgang wollte wir uns nicht entgehen lassen.
Nachdem wir uns aus dem Bett gekämpft hatten, mussten wir feststellen, dass wir nicht die einzigen waren.
Mitstreiter
Was aber auch nicht weiter schlimm war, bei dem Ausblick und dem Sonnenaufgang, es hat sich gelohnt.
Sonnenaufgang
Danach mussten wir auch schon wieder unsere Rucksäcke packen, noch ein schnelles Frühstück aus dem Hotelshop (Muffins und Milch), dann haben wir uns alle vor dem Hotel getroffen. Da sich die Lust, bei den meisten in der Gruppe, in Grenzen hielt, die unzählbaren Stufen wieder runter zu laufen, mussten wir unseren Guide noch überzeugen. Er hat sich dann irgendwann drauf eingelassen, aber vorher haben wir uns noch einige nette Stellen angesehen.
Aussicht3
An der Bergstation der Gondel angekommen, haben wir uns erst noch gefreut, da es nach einer nicht zu langen Schlange aussah. Wir hatten in unserem Reiseführer gelesen, dass es teilweise mehrere Stunden Wartezeit an der Gondel gibt. Während wir in der Schlange standen, sind uns dann kleine Schilder aufgefallen, die die noch verbleibende Wartezeit angaben, Mist doch noch zwei Stunden warten. Das gleiche haben sich wohl auch die Chinesen hinter uns gedacht und haben sich erst mal so richtig auf die Fresse gehauen, mit Wanderstockeinsatz. Das ging dann so eine Weile und jeder der Lust und Zeit hatte durfte mitmachen, bis die Polizei kam und das lustige Treiben beendet hat. Eigentlich schade, weil es erst mal wieder langweilig war. Aber dann haben ein paar Chinesen entdeckt, dass wir anders aussehen als sie. Das wurde dann erst mal allen anderen in der Schlange mitgeteilt und später auch uns in gebrochenem Englisch erklärt.
Der Rest der Fahrt verlief dann ohne Zwischenfälle und die Aussicht war vom Feinsten.
Unten angekommen ging es zum Mittagessen, lecker und hat unglaubliche zwei Euro gekostet.
Nach dem Mittagessen sollten sich alle vor dem Hotel treffen. Wir haben uns im Hotelshop noch mit Wasser eingedeckt und wurden promt von unserer Reisgruppe vergessen. An der Rezeption hat man uns gesagt, wir müssten rechts rum gehen. Das war allerdings nicht ganz richtig. Es hat einige Zeit und jede Menge Schweiß gekostet unsere Gruppe wieder zu finden! Als auch wir im Bus saßen, ging es weiter zu einem Tierpark. Jedoch nicht ohne vorher einen Verkaufsraum besucht zu haben. Der Tierpark war nicht so der Brüller, ein Strauß, drei Fasane und noch zwei undefinierbare, rehähnliche Viecher.
Statt der versprochenen, endgültigen Abfahrt um 16 Uhr nach Shanghai, sind wir erst gegen 19 Uhr gestartet. Um 1 Uhr nachts sind wir dann endlich in Shanghai angekommen. Es war zwar anstrengend und hat teilweise genervt (Verkaufsräume und ständiges Warten), doch dafür haben wir eine wunderschöne Gegend von China kennen gelernt und sind der chinesischen Kultur ein wenig näher gekommen!

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Prowi1
Geile Sache was du alles erlebst, Kaiser.
Soll ich dir mal sagen was ich in Prowi1 habe? Du weißt, das war die Scheißklausur von Schönfelder wo wir nebeneinander saßen und beide den Gedanken hatten früher abzugeben: 2222222222222,333333333333, Yeeeeeeeaaahhhhh!!!!!!!!!! Und das war die beste Klausur. Es gab keine bessere. Ich Gott der BWL. :-)
Obwohl, mein Strebertum kotzt mich schon selber an. Das war nämlich meine schlechteste Klausur bisher im Hauptstudium

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Wadenbeisser!
Yo Kaiser,

da habt ihr wohl den wadenbeisser weg genommen! Samstag gehts nach AT zu Frau Matzenberger.

Hiking!!!

Bis die Tage...

Fröhlich

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